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75 Jahre Nürnberger Kodex – Was uns die Geschichte gelehrt hat?

Von Christina Kade

Spritzen und Fläschchen mit Covid-Impfstoffen
Foto: Nataliya Vaitkevich, pexels.com

Am 20. August 1947 endeten in Nürnberg die Prozesse gegen Ärzte des Nazi-Regimes mit zehn Schuldsprüchen. In weiser Voraussicht wurden außerdem zehn „Gebote“ für die Medizin formuliert, die wir heute als Nürnberger Kodex kennen. Dabei handelt es sich um ethische Richtlinien, die vor allem auch die medizinische Forschung betreffen und verhindern sollen, dass sich wiederholt, was sich in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten abgespielt hat. Im Vordergrund des Nürnberger Kodex steht vor allem der Schutz des Individuums vor dem Missbrauch durch die medizinische Forschung.

Im Juni 1964 wurde schließlich die Deklaration von Helsinki als „Standard ärztlicher Ethik“ verabschiedet. Schon weniger als 17 Jahre später wurden dabei einige Regeln aufgeweicht und in der Folge immer weiter verwässert. Bis zum Jahr 2013 wurde die Deklaration neun mal „revidiert“ oder es erfolgte eine „Klarstellung“.

So hat sich im Verlauf weniger Dekaden die medizinische Ethik in der Forschung deutlich gewandelt. Was einst dem Schutz des Individuums diente, wurde zunehmend dem gesellschaftlichen Nutzen und dem Nutzen der „Wissenschaft“ geopfert. Zwar wurde die Rolle von Ethikkommissionen zunehmend gestärkt, doch wenn man den Befangenheitsverdacht gegen Alena Buyx berücksichtigt, dürfte das viele Menschen eher zusätzlich beunruhigen. So erscheint die eine oder andere Äußerung von Mitgliedern des Deutschen Ethikrates aus der jüngsten Vergangenheit zumindest befremdlich.

Insgesamt hat die Corona-Politik die Grundrechte einzelner Bürger beschnitten und das mit einem gesellschaftlichen Nutzen gerechtfertigt. Auch die Gesundheit von Patienten wurde deutlich hinter der des „Kollektivs“ angesiedelt, ob es sich nun um die physische oder die psychische Gesundheit handelt. Das ist für eine Demokratie ein sehr gefährlicher Trend, weil es ein längst überwunden geglaubtes Dogma wiederbelebt – nämlich, dass sich jeder aus Solidarität der Gemeinschaft unterzuordnen hat.

Dabei werden die Grenzen immer weiter aufgeweicht und verschoben. Doch wo soll dieser Altruismus schließlich enden? Wie weit wollen wir gehen? Und was geschieht mit denen, die eine solche Entwicklung ablehnen?

Auch darauf kann die Corona-Politik und ihr heraufbeschworenes Narrativ eine Antwort liefern. Jeder, der sich der Gemeinschaft verweigert, wird ausgegrenzt und stigmatisiert. Im schlimmsten Fall wird man sogar seiner Existenzgrundlage beraubt, bis man sich schließlich dem Dogma ergibt oder die Flucht als letzter Ausweg erscheint. So wird jeder Kritiker zum Leugner oder zum Gegner. So geschehen in einem Bericht des Ärzteblattes, dass aus Kritikern der Corona-Impfungen kurzerhand Impfgegner macht.

Ironischerweise haben gerade die Corona-Impfungen viele Menschen erst zu Impfgegnern werden lassen, die grundsätzlich gar kein Problem mit allen bisherigen Impfungen hatten. Wieder andere lehnen schlicht die mRNA-Therapie ab und sind anderen Impfvarianten gegenüber durchaus aufgeschlossen. Dennoch mangelt es an einer Differenzierung.

Immer wieder versucht man, sich mit Halbwahrheiten zu behelfen, indem man argumentiert, die Vakzine haben alle Phasen einer normalen Entwicklung durchlaufen und seien sogar mit einer besonders hohen Zahl an Probanden durchgeführt worden. Dass Tierversuche weitestgehend ausblieben oder abgebrochen wurden, dass eine derart dramatisch teleskopierte Entwicklung auch unvorhersehbare Risiken bergen kann und dass die Praxis eben ihre ganz eigene Sprache spricht, wird einfach ausgeblendet.

Die vielen beobachteten Nebenwirkungen hätten normalerweise zu einem Zulassungsverlust für jedes Präparat geführt. Der Mangel an tatsächlichem Infektionsschutz hätte sicher ein Ermittlungsverfahren zur Folge gehabt. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass stattdessen einfach weitergemacht wird und sogar noch mehr Impfdosen bestellt werden, anstatt ordentliche medizinische Prüfverfahren einzuleiten, muss zwangsläufig die Frage im Raum stehen, ob hier dem einzelnen Patienten, der Gemeinschaft, der Wissenschaft oder vielleicht doch jemand ganz anderem geholfen werden soll.

Wer als Arzt der Meinung ist, so ein Vorgehen sei ethisch vertretbar, der hat doch wenigstens ein zweifelhaftes Verständnis medizinischer Ethik. Statt sich mit den Argumenten von Kritikern auseinanderzusetzen, befürchtet man, das Narrativ könne beschädigt werden. Sicher, wenn man so viele Impfungen unter die Menschen gebracht hat, wie in den letzten eineinhalb Jahren, dann möchte man sich selbst auch schützen. Es ergibt sich wahrscheinlich automatisch ein leicht verzerrtes Bild der Realität, und es wird leicht vergessen, dass die Zulassung der Impfstoffe noch immer zeitlich begrenzt ist. Vielleicht haben einige vergessen, dass die genaue Zusammensetzung der Impfungen für den Laien unzugänglich ist. Und ganz sicher erinnern sich viele Ärzte nur unzureichend an die vielen tausend einminütigen „Aufklärungsgespräche“, in denen über Risiken informiert werden sollte, über die doch so wenig bekannt war.

Doch allein die letzten drei Punkte sind eigentlich schon ausreichend, um den Nürnberger Kodex als den Impfungen entgegenstehend anzuführen.

Ich wiederhole mich hier gerne:

  1. Die mRNA-Impfstoffe haben eine limitierte Zulassung.
  2. Die genaue Zusammensetzung der Impfstoffe und Inhaltsstoffe ist unbekannt und kann vom Hersteller angepasst werden.
  3. Die Aufklärungsgespräche sind in der Regel unzureichend, um ausgiebig reflektieren und abwägen zu können, ob man eventuell einen Schaden davontragen könnte.

Erschwerend kommt zu diesen drei Punkten hinzu:

Die Gefährdung darf niemals über jene Grenzen hinausgehen, die durch die humanitäre Bedeutung des zu lösenden Problems vorgegeben sind.

Wikipedia, Nürnberger Kodex (Punkt 6)

Seit der Omikron-Variante ist der Nutzen der Impfungen äußerst zweifelhaft. Spätestens jetzt sollte eine Neubewertung der Impfstoffe erfolgen, die Schaden und Nutzen gegeneinander aufwiegen.

Doch natürlich fürchten viele Ärzte die tatsächliche Konfrontation mit dem Nürnberger Kodex, in dem es gleich zu Anfang heißt:

Die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson ist unbedingt erforderlich. Das heißt, dass die betreffende Person im juristischen Sinne fähig sein muss, ihre Einwilligung zu geben; dass sie in der Lage sein muss, unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder irgendeine andere Form der Überredung oder des Zwanges, von ihrem Urteilsvermögen Gebrauch zu machen; dass sie das betreffende Gebiet in seinen Einzelheiten hinreichend kennen und verstehen muss, um eine verständige und informierte Entscheidung treffen zu können.

Wikipedia, Nürnberger Kodex (Punkt 1)

Als Argument wird dabei vorgebracht, es handele sich um keinen Versuch. Dem entgegen stehen die weiter oben angeführten Punkte. Auch die nachträglich immer offensichtlicher werdenden Nebenwirkungen zeigen, dass die Testphase unzureichend war. Der Mangel an Infektions- und Fremdschutz deutet ebenfalls an, dass die Versprechen der Pharmakonzerne mit der Praxis wenig gemein haben.

Jeder der das negiert, sollte den letzten aus dem Nürnberger Kodex zitierten Satz ganz genau lesen, denn auch Kinder wurden vielfach überredet und konnten gegen ihren eigenen Willen geimpft werden. Oft wurden Menschen mit unterschiedlichen Anreizen gelockt und schließlich hat sich die Regierung selbst unverhältnismäßiger Druckmittel bedient. Bürgern wurden Grundrechte entzogen, um sie zur Impfung zu bewegen. Bei vielen hat dieser immense Druck Wirkung gezeigt. Genau das steht uns nun wieder bevor. Im Herbst wird es einen neuen „angepassten Impfstoff“ geben, für den fast die exakt gleichen Voraussetzungen gelten, da er auf einem unzureichenden Impfstoff basiert. Und dennoch ist das größte Problem der Bundesärztekammer, dass angebliche „Impfgegner“ den Nürnberger Kodex für ihre Zwecke instrumentalisieren.

Noch 2007 hat übrigens das Ärzteblatt selbst, eine Aufweichung der Deklaration von Helsinki kritisiert. Nur 15 Jahre später steht das Narrativ bereits über den einst geachteten Grundsätzen, und das Sprachrohr der Bundesärztekammer verbreitet bereitwillig die Mär vom Fremdschutz durch die mRNA-Therapie:

Die Impfstoffe sind gut untersucht und sie schützen – uns selbst und unsere Mitmenschen

Matthias Blöchle, Vizepräsident der ärztekammer Berlin

Allein diese unreflektierte Äußerung, ohne die Erwähnung einer einzigen Nebenwirkung, ist bereits grob fahrlässig. Das Fazit zur Eingangsfrage könnte sein, dass aus der Geschichte im Grunde kein Lerneffekt resultiert hat; dass Geschichte sich zwangsläufig wiederholen muss, weil der Mensch zu schnell vergisst.

Aber gerade in unsicheren Zeiten ist es besonders wichtig, dass wir uns die Menschlichkeit bewahren und den Respekt vor dem Individuum behalten, indem wir uns daran erinnern, was geschieht, wenn wir genau das versäumen.

Wir haben kein wie auch immer geartetes Recht, auch nur einen Menschen zu opfern, um das Wohl der Gemeinschaft zu sichern. Vielen – vor allem Pharmaunternehmen – mag der Nürnberger Kodex ein Dorn im Auge sein, aber gerade weil er der medizinischen Forschung so lästig ist, muss er auch nach 75 Jahren geachtet und berücksichtigt werden.

Dieser Text spiegelt die Ansichten und Ziele einer Einzelperson wider. Er stellt nicht die offizielle Haltung des Landesverbands oder der Gesamtpartei dar. Sachliche Kritik und Gegenmeinungen werden an dieser Stelle gern veröffentlicht.

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